Nichts ist selbstverständlich

Im letzten Beitrag hatte ich angekündigt, dass ich dieses Jahr nun mehr „Tagebuch“ schreiben möchte und Euch ein bißchen mehr daran teilhaben lassen werde, was mich so „rumtreibt“ und „antreibt“, was meine Gedanken sind. Ein Blog ist ja eigentlich auch ein öffentliches Tagebuch im Internet.

Bevor ich Euch also, wie versprochen,  das Kinderbuch von Jeremias und Tabea („Wie das Kuscheln erfunden wurde“) vorstelle, möchte ich Euch einige Gedanken zu einem anderen Thema in den neuen Monat mitgeben.

Ich habe seit einigen Wochen, auch aus privaten Gründen, immer den Satz im Kopf: „Nichts ist selbstverständlich“. Der ist einfach eines Tages in meinem Kopf aufgetaucht und er geht nicht mehr wieder weg. Er begleitet mich durch den Tag und nun möchte ich meine Gedanken dazu einfach mal für Euch runter schreiben.
Ich muss zugeben, ich hatte bisher in meinem Leben sehr viel Glück, ich habe aber auch immer fleißig gearbeitet, meine Ziele ganz klar formuliert, im Auge gehabt und die Dinge dann auch genauso umgesetzt. Im letzten Jahr habe ich vieles plötzlich verloren, ABER: auch vieles neu zu meinem Leben hinzu bekommen- eine Tür geht zu, neue Türen gehen auf- im besten Fall!

Ich hatte vor ein paar Wochen ein Vorstellungsgespräch als Coach in einer sehr großen Firma in Berlin. Der Chef fragte mich, was denn überhaupt noch meine Träume seien, wenn ich bereits alle meine Träume umgesetzt hätte. Diese Frage hat mich nicht mehr losgelassen, denn es stimmt nicht ganz, natürlich habe ich trotzdem noch Träume, ich habe nur schon viel bereits umgesetzt. Ich saß da und dachte ich müsse mich nun dafür rechtfertigen- NEIN, es ist GUT, SEIN Leben zu leben, seine Träume, Wünsche, Vorstellungen…. ganz ehrlich : was sollen wir auch sonst leben, ist ja UNSER Leben! Aber ich weiß, auch das ist nicht selbstverständlich, dass man so klar seinen Weg geht und alles umsetzt was man sich wünscht.

Aber nochmals zurück zum Anfang: Man nimmt so Vieles für selbstverständlich: dass man gesund ist, dass man eine warme Wohnung hat, dass man immer Wasser aus dem Wasserhahn hat, das man auch noch trinken kann, dass man seine Wäsche waschen kann wann man will, dass man in seiner Wohnung auf die Toilette gehen kann. Dass man keine Angst vor dem Verdursten und dem Verhungern haben muss… dass man gesund ist, dass man gesunde Kinder hat, dass man seinen Weg geht… usw. Erst wenn etwas zusammenbricht und etwas davon wegfällt, Krankheiten entstehen, dann erst erkennen wir, dass es nicht „selbstverständlich“ ist. Nichts ist selbstverständlich, wirklich NICHTS!

Wirklich, was ich Euch mitgeben möchte ist, die Dinge zu wertschätzen. Jede Geburt ist ein Wunder! Auch wenn Ihr Euch mal ärgert über Eure Kinder- schaut sie Euch an und macht Euch klar, dass da ein Wunder der Natur vor Euch steht, das sogar Ihr erschaffen habt.
Wenn Euer Chef zu Euch sagt, dass Ihr gute Arbeit macht, dann nehmt es dankend an und freut Euch, dass Ihr genau diesen Chef habt, dass Ihr überhaupt Arbeit habt, auch das ist nicht selbstverständlich. Wenn Euer Partner sagt , dass er euch wirklich, aufrichtig liebt, dann nehmt auch das als etwas Besonderes, Wunderbares hin. Das Schönste auf der Welt. Liebe. Wenn die da ist, ist auch das ein Wunder der Natur. Genießt das Beisammensein. Auch das ist nicht selbstverständlich. Wieviele Menschen sind einsamen, haben keine Kinder, keine Familie, kein zuhause, kein Dach über dem Kopf, kein Essen, ja sogar kein Trinken. Schaut Euch in Eurem Leben mal an und schaut was Ihr habt, was Ihr seid, wer neben Euch steht, an Eurer Seite. Wer bereitet Euch Freude. Wann habt Ihr Freude. Auch Freude empfinden zu können ist nicht selbstverständlich. Wie gesagt: Nichts ist selbstverständlich. Emotionen zu empfinden, zu leben…. alles etwas Besonderes und macht uns zu besonderen Wesen auf einer wundervollen Welt.

Ich weiß, das Leben ist nicht immer leicht und das brauchen wir uns auch nicht einbilden. Was wir aber tun können ist, jeden Tag mindestens (!) 1-3 Dinge finden, die wir wirklich wertschätzen in unserem Leben, für die wir dankbar sind. Wir schauen immer nur auf was wir NICHT haben, auf was NICHT ist, auf was alles Schlimmes war und ist in unseren Leben.

Und nun schauen wir mal auf die schönen Dinge, die SIND! Fragt euch jeden Morgen und jeden Abend: Was habe ich heute SCHÖNES erschaffen, was waren meine SCHÖNSTEN MOMENTE, was fand ich so richtig schön in meinem heutigen Tag. Schreibt es gerne auch auf. Das worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, das wächst. Lasst das Schöne in Eurem Leben wachsen: gießt es, schaut drauf, schaut hin, seht dabei zu wie alles wächst und gedeiht und gießt mit frischem Wasser, mit frischen Gedanken, mit frischen Ideen. Schaut Euch in Eurem wundervollen Leben an. Schreibt mir auch gerne Eure Erfahrungen. Ich freue mich:-)

In diesem Sinne: einen wundervollen Start in den Februar! Heute ist der 1. Tag vom neuen Monat, der 1. Tag in Eurem wertgeschätzten Leben, voller Dankbarkeit und Liebe. Alles Gute Euch! Just Be, Eure Birte